Die Welt der Technik ist voll von Legenden und gut gemeinten Ratschlägen die sich hartnäckig halten. Besonders rund um das Thema Smartphones kursieren Mythen die teilweise noch aus der Zeit der ersten Mobiltelefone stammen. Für Nutzer die Wert auf die Langlebigkeit und Performance ihres iPhones oder Android-Geräts legen ist es entscheidend zwischen Fakten und Fiktion zu unterscheiden. In diesem Artikel decken wir die größten Irrtümer auf und zeigen Ihnen wie Sie Ihr Smartphone wirklich schützen.
Der Mythos vom Laden über Nacht
Einer der verbreitetsten Mythen besagt dass das Laden über Nacht den Akku zerstört da er überladen werde. Dies entspricht bei modernen Geräten nicht der Realität. Aktuelle Smartphones verfügen über intelligente Ladesteuerungen die den Stromfluss kappen sobald die Kapazität von 100 Prozent erreicht ist.
Allerdings gibt es einen Funken Wahrheit beim Thema Hitze. Wenn das Telefon während des Ladens in einer sehr dicken Hülle steckt oder unter dem Kopfkissen liegt kann die Wärme nicht entweichen. Dies belastet die chemischen Komponenten des Lithium-Ionen-Akkus. Moderne Ladezyklen bewegen sich idealerweise zwischen 20 und 80 Prozent. Viele Hersteller bieten mittlerweile Funktionen an die das Laden bei 80 Prozent pausieren und erst kurz vor dem Aufwachen des Nutzers vollenden.
Apps schließen spart Akku und beschleunigt das System
Viele Nutzer wischen regelmäßig alle geöffneten Apps aus dem Multitasking-Menü in dem Glauben sie würden dadurch Arbeitsspeicher sparen und die Akkulaufzeit verlängern. Tatsächlich bewirkt dieses Verhalten oft das Gegenteil.
Moderne Betriebssysteme wie iOS und Android sind darauf optimiert Apps im Hintergrund einzufrieren. In diesem Zustand verbrauchen sie nahezu keine Energie. Wenn Sie eine App jedoch komplett schließen und später neu starten muss das System alle Daten erneut vom Flash-Speicher in den RAM laden. Dieser Prozess beansprucht den Prozessor stark und verbraucht deutlich mehr Strom als das bloße Reaktivieren einer pausierten App. Schließen Sie Apps nur wenn diese abgestürzt sind oder sich fehlerhaft verhalten.
Mehr Megapixel bedeuten automatisch bessere Fotos
Im Marketing wird die Anzahl der Megapixel oft als das ultimative Qualitätsmerkmal der Kamera verkauft. Doch die reine Pixelanzahl sagt nur wenig über die tatsächliche Bildqualität aus. Viel wichtiger sind die Sensorgröße und die Qualität der Optik.
Ein Sensor mit extrem vielen Megapixeln bei gleichzeitig kleiner Fläche führt oft zu kleineren einzelnen Pixeln. Diese können weniger Licht aufnehmen was insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen zu Bildrauschen führt. Professionelle Smartphone-Fotografie setzt heute verstärkt auf Computational Photography also die Software-Optimierung des Bildes unmittelbar nach der Aufnahme. Ein 12-Megapixel-Sensor mit großen Pixeln liefert oft bessere Ergebnisse als ein 100-Megapixel-Sensor auf kleinstem Raum.
Reis rettet Smartphones mit Wasserschaden
Fällt das Smartphone ins Wasser greifen viele sofort zur Packung Trockenreis. Der Mythos besagt dass der Reis die Feuchtigkeit aus dem Inneren des Geräts zieht. In der Realität ist dieser Effekt jedoch minimal und birgt zusätzliche Gefahren.
Reis kann die Luftfeuchtigkeit um das Gerät herum zwar leicht senken erreicht aber selten die Feuchtigkeit im Inneren der filigranen Bauteile. Viel problematischer sind die feinen Reisstärken und Staubpartikel die in die Ladebuchse oder die Lautsprecher gelangen und dort mit der Restfeuchtigkeit verkleben können. Zudem fördert das lange Warten im Reisbad die Korrosion der Kontakte. Wenn Ihr Gerät nass wird schalten Sie es sofort aus trocknen Sie es äußerlich ab und suchen Sie im Idealfall einen Fachmann auf anstatt auf die Saugkraft von Getreide zu vertrauen.
Den Akku erst laden wenn er komplett leer ist
Dieser Mythos stammt aus der Zeit der Nickel-Cadmium-Akkus und dem sogenannten Memory-Effekt. Diese Batterien verloren an Kapazität wenn sie regelmäßig nur teilentladen wurden. Bei den heute verwendeten Lithium-Ionen-Akkus ist jedoch genau das Gegenteil der Fall.
Tiefentladungen also das Sinken der Ladung auf 0 Prozent sind purer Stress für moderne Akkus und können sie dauerhaft schädigen. Es ist wesentlich gesünder das Smartphone zwischendurch immer wieder kurz aufzuladen. Die ideale Wohlfühlzone für einen langlebigen Akku liegt zwischen 30 und 80 Prozent.
Fazit für den optimalen Schutz
Wissen ist der beste Schutz für Ihre Hardware. Neben dem richtigen Umgang mit der Software und dem Akku spielt der physische Schutz eine ebenso große Rolle. Hochwertige Materialien und eine präzise Verarbeitung sorgen dafür dass Ihr Gerät vor Stürzen und Kratzern bewahrt wird ohne die Wärmeableitung beim Laden zu behindern.
