In der modernen Welt ist das Smartphone unser ständiger Begleiter. Der Verlust oder Diebstahl des Geräts ist daher für viele ein Horrorszenario. Eine der am häufigsten gestellten Fragen in diesem Zusammenhang lautet: Kann man ein Handy orten, wenn es ausgeschaltet ist? Während dies früher als technisch unmöglich galt, hat sich die Rechts- und Gerätelage in den letzten Jahren drastisch verändert.
Die technologische Entwicklung der Ortungsdienste
Früher bedeutete „Aus“ tatsächlich, dass der Stromfluss unterbrochen war und keine Signale mehr gesendet wurden. Moderne Smartphones funktionieren jedoch anders. Auch wenn der Bildschirm schwarz ist, verbleiben bestimmte Komponenten in einem extrem stromsparenden Stand-by-Modus. Dies ist notwendig, um Funktionen wie den Wecker oder Sicherheitsfeatures aufrechtzuerhalten.
Apple und Google haben ihre Betriebssysteme so weiterentwickelt, dass sie ein Netzwerk aus Milliarden von Geräten nutzen, um verlorene Hardware zu finden. Dabei wird die Bluetooth-Technologie genutzt, die selbst bei minimaler Energiezufuhr funktioniert.
Ortung bei iPhones (iOS)
Apple ist Vorreiter bei der Ortung ausgeschalteter Geräte. Ab dem iPhone 11 und neueren Modellen mit dem U1- oder neueren Chipsätzen bleibt das „Wo ist?“-Netzwerk auch nach dem Ausschalten aktiv.
Das Prinzip dahinter ist das sogenannte Offline-Finding. Das ausgeschaltete iPhone sendet ein verschlüsseltes Bluetooth-Signal aus. Andere Apple-Geräte in der Nähe empfangen dieses Signal anonym und leiten den Standort an die iCloud weiter. Der Besitzer kann den Standort dann auf einer Karte einsehen, selbst wenn das Telefon keine aktive Internetverbindung hat oder ausgeschaltet ist. Diese Funktion bleibt in der Regel bis zu 24 Stunden nach dem Ausschalten oder bei sehr niedrigem Batteriestand aktiv.
Ortung bei Android-Geräten
Lange Zeit war es bei Android-Smartphones unmöglich, sie im ausgeschalteten Zustand zu finden. Mit der Einführung des aktualisierten „Mein Gerät finden“-Netzwerks hat Google jedoch nachgezogen.
Ähnlich wie bei Apple nutzt Google nun die enorme Anzahl an Android-Geräten weltweit, um ein engmaschiges Ortungsnetz aufzubauen. Bei speziellen Modellen, wie beispielsweise der Google Pixel 8-Serie und neuer, ist die Hardware so konzipiert, dass die Bluetooth-Chips auch ohne vollständig hochgefahrenes Betriebssystem mit Strom versorgt werden. Für die meisten älteren Android-Modelle gilt jedoch weiterhin: Ist das Handy aus und der Akku leer, bricht die Verbindung ab, sobald die letzte bekannte Position übermittelt wurde.
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ortung
Damit eine Ortung im ausgeschalteten Zustand funktioniert, müssen vorab bestimmte Einstellungen aktiviert worden sein. Ein nachträgliches Einschalten dieser Funktionen aus der Ferne ist aus Datenschutzgründen nicht möglich.
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Die Standtermittlung muss grundsätzlich erlaubt sein.
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Das jeweilige Offline-Suchnetzwerk (Apple „Wo ist?“ oder Google „Mein Gerät finden“) muss in den Einstellungen bestätigt sein.
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Beim iPhone muss die Option „Wo ist?-Netzwerk“ explizit aktiviert sein, um die Offline-Suche zu ermöglichen.
Grenzen der Technik
Obwohl die Technik beeindruckend ist, gibt es klare Grenzen. Wenn der Akku physisch entfernt wird (was bei modernen Smartphones kaum noch möglich ist) oder über einen sehr langen Zeitraum tiefentladen bleibt, versiegt auch der letzte Reststrom für die Bluetooth-Baken. Zudem kann ein sogenannter Funk-Blocker oder eine spezielle Abschirmtasche das Signal unterdrücken.
Prävention ist der beste Schutz
Um im Ernstfall die besten Chancen auf eine Wiederauffindung zu haben, sollten Nutzer folgende Schritte befolgen:
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Aktivieren Sie sofort nach dem Kauf die integrierten Suchdienste Ihres Herstellers.
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Notieren Sie sich die IMEI-Nummer Ihres Geräts. Diese finden Sie in den Einstellungen oder über den Code *#06#.
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Verwenden Sie eine sichere Displaysperre, um den Zugriff auf Ihre Daten zu verhindern, während Sie das Gerät orten.
Fazit
Die Antwort auf die Frage, ob man ein Handy orten kann, wenn es aus ist, lautet heute: Ja, sofern es sich um ein modernes Gerät handelt und die entsprechenden Dienste konfiguriert wurden. Während Android-Nutzer auf neuere Hardware angewiesen sind, bieten iPhones ab der 11. Generation bereits einen sehr hohen Standard an Sicherheit. Es ist ratsam, sich frühzeitig mit den Sicherheitseinstellungen vertraut zu machen, damit das Smartphone im Verlustfall kein dauerhaftes Rätsel bleibt.
